Diabetes- und Sportfibel

Neu erschienen im Kirchheim-Verlag (Mainz) ist die "Diabetes- und Sportfibel" von Diabetes-Journal-Autorin Ulrike Thurm und Bernhard Gehr. Das Buch richtet sich an Diabetiker, die Sport treiben und noch mehr darüber erfahren wollen, wie Sie ihre Ergebnisse verbessern können, ohne dabei ihre Gesundheit zu riskieren; ebenso ist der Ratgeber gedacht für Diabetiker, die bisher keinen Sport treiben - Sie erfahren, was sie beachten sollten, bevor sie mit sportlicher Bewegung beginnen. Betroffene geben Erfahrungsberichte aus fast 40 Sportarten. Und: Unentbehrlich ist die Diabetes- und Sportfibel vor allem für Therapeuten, die Menschen mit Diabetes betreuen: Ärzte wie Diabetesberaterinnen und Psychologen erfahren, worauf sie achten sollten, wenn sie ihren Patienten mehr Bewegung, mehr Sport empfehlen. Wir haben mit den Autoren gesprochen.

Diabetes-Journal (DJ): Warum haben sie beide dieses Buch geschrieben?

Ulrike Thurm: Ein umfassendes, "anwenderorientiertes" und leserfreundliches Buch zu diesem Thema gab es bisher noch nicht. In vielen Diabetes-Schulungen wird das Thema körperliche Aktivität aus Zeitmangel oft nur kurz gestreift, und für Sportler mit Diabetes fehlen meist praktische Hinweise. In vielen Schulungen und Fortbildungen mit Diabetesberaterinnen, aber auch Veranstaltungen von Selbsthilfegruppen stellen die Teilnehmer sehr viele praktische Fragen zu diesem Thema. Nach der Neumanifestation haben viele Menschen mit Diabetes oft nicht mehr den Mut, weiterhin ihre Sportart aktiv zu betreiben. Auch fehlen häufig dem medizinischen Fachpersonal spezifische Kenntnisse über die jeweiligen Sportarten, deren Modalitäten, Trainings-, Wettkampf- und Belastungsformen.
Hier versuchen wir anzusetzen und sowohl den Sportlern mit Diabetes als auch dem medizinischen Fachpersonal umfassende medizinische und sportartspezifische Hintergrundinformationen zu liefern. Damit wollen wir allen mit dem Diabetes direkt und indirekt "beschäftigten" Wege aufzeigen, wie man körperliche Aktivität "entgleisungsfrei" mit dem Diabetes kombinieren kann.

DJ: Ist das Buch auch geeignet für Ältere und für Menschen mit Typ-2-Diabetes, die sich eher für "etwas mehr Bewegung" interessieren als für Sport?

Gehr: Für Menschen mit Typ-2-Diabetes gibt es ein spezielles Kapitel, das auf den besonderen Nutzen körperlicher Aktivität eingeht. Dabei wird besonders viel Wert auf den therapeutischen Nutzen von mehr Bewegung für Menschen mit Typ-2-Diabetes gelegt und darauf, wie man mehr körperliche Aktivität in den Alltag einbauen kann oder wie man Diabetes-Sportgruppen findet.

DJ: Was ist grundsätzlich neu an dem Buch im Vergleich zu den meisten oder allen anderen Büchern, die es zu "Diabetes und Sport" gibt?

Thurm: Die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis. Die Sportfibel spricht durch ihre direkte Sprache ohne viel Fachchinesich sowohl Menschen mit Diabetes an als auch Menschen aus dem medizinischen Bereich.Die über 170 Seiten Erfahrungsberichte liefern unzählige Insidertips und umfassende, sportartspezifische Hintergrundinformationen.
Weil das Buch in Modulform aufgebaut ist, finden die Leser schnell detaillierte Informationen zu einer Sportart oder zu einer spezifischen Frage zum Themenkomplex Diabetes und körperliche Aktivität.

 

DJ: Für wen ist das Buch geeignet - wer sollte es also kaufen?

Gehr: Alle, die sich persönlich oder beruflich mit dem Thema Diabetes und Sport beschäftigen - das bedeutet: Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes, Angehörige, Diabetesberaterinnen, Ärzte, hier besonders Diabetologen, Internisten, Hausärzte, Nephrologen, Augenärzte, Neurologen, Kardiologen, Sportmediziner, weiterhin (Sport-)Lehrer und Trainer.

DJ: Welches (oder welche) Kapitel in Ihrem Buch sollte jeder Mensch mit Diabetes kennen? Und warum?

Thurm: Besonders das Starthilfe-Kapitel liefert einen umfassenden Einstieg in das Thema Diabetes und körperliche Aktivität, außerdem liefert es den Lesern Verweise zu den folgenden Kapiteln, in welchen spezifische Themen ausführlicher und vertiefend behandelt werden. Die Erfahrungsberichte von Menschen mit Diabetes sind mit viel Witz und Liebe zum Detail geschrieben, sie liefern eine unbeschreibliche Fülle an Insiderinformationen und sprühen derart vor Motivation und Lebensfreude, daß sich eigentlich niemand diese 170 Seiten entgehen lassen sollte.

DJ: Warum sollten Sportmuffel die Fibel haben?

Gehr: Die Sportfibel macht den Einstieg zu mehr Sport doppelt leicht: Das "Starthilfe-Kapitel" versorgt die Leser mit den wichtigsten Informationen zum Beginnen, und die 39 Erfahrungsberichte motivieren und machen Lust auf Sport. Selbst der hartgesottenste Anhänger von Churchills Motto "Sport ist Mord" müßte dieses nach der Lektüre der Erfahrungsberichte sofort über Bord werfen.

G. Nuber

Die Autoren

Ulrike Thurm ist Sportlehrerin, Diabetesberaterin, Vorsitzende der IDAA "International Diabetic Athletes Association" in Deutschland und durch ihre vielen Vorträge und Aktionen sehr bekannt als Expertin für "Diabetes und Sport" - nicht nur in Deutschland. Sie schreibt regelmäßig fürs Diabetes-Journal, hält Schulungen und Seminare für Diabetologen und Diabetesberaterinnen.
Bernhard Gehr studiert Medizin in München und schreibt für eine Internetseite, die Gesundheitsinformationen für medizinische Laien anbietet, und ist somit nicht nur medizinisch "vorbelastet", sondern auch journalistisch.

Diabetes- und Sportfibel,
1. Auflage 2001,
434 Seiten, 19,90 € (38,92 DM),
Kirchheim-Verlag,
Tel. 06131/9607028.

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